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Was sind rissige Hände?
Rissige Hände entstehen, wenn die oberste Hautschicht (Hornschicht) so viel Feuchtigkeit verliert, dass sie ihre Elastizität einbüßt und einreißt. Die schnellste Hilfe bei rissigen Händen ist eine Kombination aus mildem Waschen, sofortigem Eincremen mit rückfettenden Wirkstoffen (z. B. Urea, Sheabutter oder Rindertalg) und dem Schutz vor weiterer Austrocknung durch Handschuhe. Schon nach 24 bis 48 Stunden konsequenter Pflege lässt sich meist eine spürbare Linderung erreichen, leichte Risse heilen bei guter Pflege innerhalb von 2 bis 3 Wochen vollständig ab.
Betroffen sind vor allem Fingerkuppen, Knöchel und Handrücken, weil dort die Haut dünner ist und weniger Fettdrüsen besitzt. Laut der AWMF-Leitlinie zum Handekzem entwickeln bis zu 10 % der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens ein behandlungsbedürftiges Handekzem – rissige Hände sind oft ein frühes Warnsignal dafür.
Das Wichtigste in Kürze
- Rissige Hände entstehen meist durch häufiges Waschen, Kälte, trockene Heizungsluft oder Kontakt mit Reinigungsmitteln.
- Die Haut hat einen natürlichen pH-Wert von 4,7 bis 5,75 – aggressive Seifen stören diesen Schutzfilm.
- Ein 24-Stunden-Soforthilfe-Plan mit Handbad, Peeling und reichhaltiger Creme lindert die Beschwerden schnell.
- Wiederkehrende, tiefe oder blutende Risse können auf einen Mangel (z. B. Zink) oder eine Hauterkrankung hindeuten.
- Bei Luftfeuchtigkeit unter 40 %, wie sie im Winter in Heizungsluft üblich ist, verdunstet Feuchtigkeit aus der Haut deutlich schneller.
24-Stunden-Soforthilfe-Plan bei rissigen Händen
- Handbad: 10 Minuten in lauwarmem Wasser (max. 37 °C) mit einem Teelöffel Öl (z. B. Mandelöl) einweichen.
- Sanft trockentupfen: Nicht rubbeln, die Haut nur abtupfen.
- Reichhaltig eincremen: Eine Creme mit Urea, Sheabutter oder Rindertalg dick auftragen.
- Über Nacht einpacken: Baumwollhandschuhe über der eingecremten Haut tragen, um den Wirkstoff einziehen zu lassen.
- Wiederholen: Den Vorgang am nächsten Tag erneut durchführen, bis sich die Haut spürbar beruhigt hat.
Ursachen für rissige Hände
Äußere Faktoren
- Häufiges Händewaschen (mehr als 10-mal täglich erhöht laut BAuA das Risiko für Hautschäden deutlich)
- Kalte, trockene Winterluft und Heizungsluft mit unter 40 % Luftfeuchtigkeit
- Kontakt mit Reinigungsmitteln, Desinfektionsmitteln oder Chemikalien im Beruf
- Häufiges Tragen von Gummihandschuhen ohne Baumwollunterziehhandschuh
- UV-Strahlung und Wind, die den Hydrolipidfilm zusätzlich austrocknen
Innere Faktoren & mögliche Erkrankungen
- Nährstoffmangel, insbesondere an Zink, Vitamin A oder essenziellen Fettsäuren
- Schilddrüsenunterfunktion, die oft mit trockener, rissiger Haut einhergeht
- Diabetes mellitus, da erhöhte Blutzuckerwerte die Hautbarriere schwächen können
- Handekzem (atopisch oder irritativ) oder Schuppenflechte (Psoriasis)
- Pilzinfektionen, die typischerweise zwischen den Fingern beginnen und sich ausbreiten
Die richtige Handpflege-Routine in Schritten
- Hände nur mit lauwarmem statt heißem Wasser waschen.
- Eine milde, seifenfreie Waschlotion mit hautneutralem pH-Wert verwenden.
- Nach jedem Wasserkontakt innerhalb von 3 Minuten eincremen – so kann die Creme die Restfeuchtigkeit einschließen.
- Mindestens 2-mal täglich eine reichhaltige Creme auftragen, bei starker Trockenheit auch öfter.
- Bei Kälte oder Kontakt mit Wasser/Chemikalien konsequent Handschuhe tragen.
Rissige Hände im Winter
Im Winter sinkt die relative Luftfeuchtigkeit in geheizten Räumen oft auf 30–40 %, während die Haut draußen zusätzlich Kälte und Wind ausgesetzt ist. Diese doppelte Belastung lässt den transepidermalen Wasserverlust deutlich steigen. Wechsle deshalb im Winter auf eine reichhaltigere, fetthaltigere Creme als im Sommer und trage bei Minusgraden immer Handschuhe.
Rissige, blutige Hände: besondere Vorsicht
Wenn Risse aufreißen und bluten, ist die Hautbarriere bereits stark geschädigt und Keime können leichter eindringen. Reinige solche Stellen vorsichtig, verzichte auf parfümierte Produkte und decke tiefe Risse bei Bedarf mit einem Pflaster ab. Bei Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Wärme oder Eiter solltest du zeitnah ärztlichen Rat einholen.
Hausmittel gegen rissige Hände
- Honig-Maske: Dünn aufgetragen, 15 Minuten einwirken lassen, dann abspülen – wirkt rückfettend.
- Olivenöl- oder Mandelöl-Bad: 1 EL Öl ins Handbad geben für zusätzliche Lipide.
- Haferflocken-Peeling: Sanft die abgestorbene Hautschicht entfernen, danach sofort eincremen.
- Kokosöl über Nacht: Dünn auftragen und Baumwollhandschuhe darüber tragen.
Hausmittel können die Pflege unterstützen, ersetzen bei ausgeprägten oder wiederkehrenden Beschwerden aber keine gezielte dermatologische Behandlung.
Wirkstoffe im Vergleich
| Wirkstoff | Wirkung | Besonders geeignet für |
|---|---|---|
| Urea (5–10 %) | Bindet Feuchtigkeit in der Hornschicht, wirkt leicht keratolytisch | Verhornte, sehr trockene Stellen |
| Hyaluronsäure | Spendet intensiv Feuchtigkeit, füllt die Haut auf | Trockene, spannende Haut ohne tiefe Risse |
| Panthenol | Fördert die Regeneration, beruhigt gereizte Haut | Gereizte, empfindliche Haut |
| Sheabutter/Rindertalg | Reichhaltige Fette, ähneln dem natürlichen Hautfett | Extrem trockene, rissige, raue Hände |
| Zink (innerlich) | Trägt laut EFSA zur Erhaltung normaler Haut bei | Häufige Rückfälle, Verdacht auf Mangel |
Produkte für rissige Hände
Für die tägliche Pflege eignet sich die Tallow Rindertalg Creme Natur besonders gut, da sie mit ihrem hohen Fettanteil der natürlichen Hautbarriere sehr nahekommt und auch stark strapazierte Stellen reichhaltig versorgt. Wer es lieber duftend mag, findet mit der Silk Skin Hand Cream Spices & Sandalwood eine samtige Handcreme mit Kakaobutter und Hyaluron für weiche Hände im Alltag.
Bei sehr verhornter, rissiger Haut lohnt sich der Griff zur 5% Urea + 2% Panthenol Body Cream – der hohe Urea-Anteil bindet Feuchtigkeit gezielt in den betroffenen Stellen. Für zwischendurch, wenn die Haut vor allem spannt und praller wirken soll, unterstützt die Hyaluron Creme mit intensiver Feuchtigkeitsspende ohne zu fetten.
Do's & Don'ts
Do's:
- Nach jedem Wasserkontakt eincremen
- Handschuhe bei Kälte, Nässe und Chemikalien tragen
- Lauwarmes statt heißes Wasser verwenden
- Über Nacht reichhaltig pflegen und Baumwollhandschuhe tragen
Don'ts:
- Hände nicht mit parfümierten, aggressiven Seifen waschen
- Risse nicht mit den Zähnen oder Fingernägeln bearbeiten
- Nicht ungeschützt mit Desinfektionsmittel oder Spülmittel arbeiten
- Bei blutenden Rissen nicht auf Pflege verzichten, sondern erst recht konsequent pflegen
Wann zum Arzt oder Dermatologen?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Risse trotz 2 bis 3 Wochen konsequenter Pflege nicht abheilen, immer wiederkehren, sich Rötung, Nässen oder Eiter zeigen oder starke Schmerzen bestehen. Auch bei Verdacht auf eine Pilzinfektion, ein Ekzem oder einen zugrunde liegenden Mangel sollte ein Dermatologe die Ursache abklären. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung – bei anhaltenden Beschwerden ist fachärztlicher Rat immer die sicherste Option.
Häufige Fragen
Was tun bei rissigen Händen?
Bei rissigen Händen hilft am schnellsten ein 10-minütiges lauwarmes Handbad, gefolgt vom sofortigen Auftragen einer reichhaltigen Creme mit Urea oder Sheabutter. Über Nacht ziehen Baumwollhandschuhe die Wirkstoffe besser ein. Bereits nach 24 bis 48 Stunden konsequenter Pflege lässt sich meist eine erste Linderung spüren, vollständig heilen leichte Risse innerhalb von 2 bis 3 Wochen ab.
Welche Ursachen haben rissige Hände?
Die häufigsten Ursachen sind häufiges Händewaschen, Kälte, trockene Heizungsluft mit unter 40 % Luftfeuchtigkeit sowie Kontakt mit Reinigungsmitteln oder Chemikalien. Laut AWMF-Leitlinie entwickeln bis zu 10 % der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens ein Handekzem, das sich oft zuerst durch Risse zeigt. Seltener stecken innere Faktoren wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder ein Nährstoffmangel dahinter.
Welche Hausmittel helfen gegen rissige Hände?
Bewährte Hausmittel sind Handbäder mit einem Esslöffel Mandel- oder Olivenöl, eine dünn aufgetragene Honig-Maske für 15 Minuten oder ein sanftes Haferflocken-Peeling vor dem Eincremen. Diese Maßnahmen unterstützen die Pflege, ersetzen aber keine gezielte Creme mit Urea oder Panthenol bei stärkeren Rissen. Wiederholt sich das Problem trotz Hausmitteln über mehrere Wochen, ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.
Können rissige Hände ein Zeichen für einen Mangel sein?
Ja, wiederkehrende rissige Hände können auf einen Mangel an Zink, Vitamin A oder essenziellen Fettsäuren hinweisen, da diese Nährstoffe für eine intakte Hautbarriere wichtig sind. Zink trägt laut EFSA-Bewertung zur Erhaltung normaler Haut bei, weshalb ergänzend eingenommenes Zink Bisglycinat 25 bei nachgewiesenem Mangel sinnvoll sein kann. Eine sichere Abklärung liefert allerdings nur ein Bluttest beim Arzt.
Wann sollte ich mit rissigen Händen zum Arzt gehen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn die Risse trotz 2 bis 3 Wochen konsequenter Pflege nicht abheilen, immer wiederkehren oder Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Nässen oder Eiter zeigen. Auch starke Schmerzen oder der Verdacht auf ein Ekzem, eine Pilzinfektion oder eine Stoffwechselerkrankung sind Gründe für eine fachärztliche Abklärung. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.
Unsere Redaktion erstellt und prüft alle Gesundheits-Inhalte sorgfältig auf Basis anerkannter Quellen — darunter staatliche Gesundheitsportale und Fachliteratur — und aktualisiert sie regelmäßig. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- register.awmf.org (AWMF-Leitlinienregister): S1-Leitlinie: Diagnostik und Therapie des Handekzems. register.awmf.org
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Schuppenflechte (Psoriasis). gesund.bund.de
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). gesund.bund.de
- diabinfo.de (Deutsches Zentrum für Diabetesforschung / BZgA): Folgeerkrankungen bei Diabetes: Haut. diabinfo.de