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Pickelmale sind keine Narben, sondern vorübergehende Farbveränderungen der Haut, die nach dem Abheilen eines Pickels zurückbleiben – meist als rötlicher, bräunlicher oder dunkler Fleck. Sie entstehen, wenn die Haut nach einer Entzündung entweder vermehrt Pigment (Melanin) bildet oder die kleinen Blutgefäße unter der Haut noch sichtbar sind. Anders als echte Aknenarben verschwinden Pickelmale in der Regel von allein wieder, auch wenn das mehrere Wochen bis Monate dauern kann. Mit passenden Wirkstoffen wie Vitamin C, Niacinamid oder Azelainsäure sowie konsequentem Sonnenschutz lässt sich der Abheilprozess sichtbar unterstützen. Dieser Ratgeber zeigt dir, wie Pickelmale entstehen, welche Pflege wirklich hilft und wann sich ein Termin beim Dermatologen oder der Dermatologin lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- Pickelmale sind flache Farbveränderungen der obersten Hautschicht – keine strukturellen Narben.
- Man unterscheidet rote Male (postinflammatorisches Erythem) und braune bis dunkle Male (postinflammatorische Hyperpigmentierung).
- Rote Male verblassen häufig nach etwa 3 bis 6 Monaten, dunkle Male können 6 bis 24 Monate sichtbar bleiben.
- Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 ist der wichtigste Faktor, um Pickelmale nicht zu verstärken.
- Wirkstoffe wie Vitamin C, Niacinamid, Kojisäure und Azelainsäure können die Aufhellung unterstützen.
Was sind Pickelmale genau?
Pickelmale sind das sichtbare Nachbeben einer Hautentzündung. Wenn ein Pickel abheilt, reagiert die Haut örtlich mit einer veränderten Durchblutung oder einer gesteigerten Melaninproduktion. Beides zeigt sich als Fleck, der zunächst genauso groß wie der ursprüngliche Pickel ist, sich aber mit der Zeit von selbst zurückbildet.
Mediziner unterscheiden zwei Haupttypen: Das postinflammatorische Erythem (PIE) zeigt sich als rosa-roter Fleck durch erweiterte, oberflächliche Blutgefäße. Die postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) entsteht durch überschüssiges Melanin und zeigt sich braun bis dunkelbraun – besonders bei mittlerer bis dunkler Hautfarbe häufig und hartnäckig.
Pickelmale vs. Aknenarben
Der Unterschied ist entscheidend für die richtige Erwartungshaltung: Pickelmale betreffen nur die Pigmentierung oder Durchblutung der obersten Hautschichten und bilden sich meist zurück. Echte Aknenarben entstehen, wenn beim Heilungsprozess Kollagen in tieferen Hautschichten abgebaut oder überschüssig gebildet wird – sichtbar als eingesunkene (atrophe) oder erhabene (hypertrophe) Vertiefungen bzw. Wülste. Diese bilden sich ohne gezielte Behandlung in der Regel nicht von selbst zurück.
Wie sehen Pickelmale aus?
Je nach Hauttyp und Ausgangspickel unterscheiden sich Pickelmale optisch deutlich:
| Art des Pickelmals | Farbe | Typische Ursache |
|---|---|---|
| Rotes Mal (PIE) | Rosa bis kräftig rot | Erweiterte oberflächliche Blutgefäße |
| Braunes/dunkles Mal (PIH) | Hellbraun bis dunkelbraun | Erhöhte Melaninproduktion |
| Lila-bläuliches Mal | Bläulich-violett | Tieferliegende Entzündung, oft bei größeren Pickeln |
Bei hellerer Haut treten häufiger rötliche Male auf, bei mittlerer bis dunkler Haut überwiegen bräunliche Pigmentflecken. Beide Formen können auch gleichzeitig auftreten, etwa wenn ein Pickel mehrfach gereizt oder ausgedrückt wurde.
Wie entstehen Pickelmale? Die häufigsten Ursachen
- Entzündliche Pickel und Papeln, bei denen die Haut stark gereizt wird
- Ausdrücken oder Aufkratzen von Unreinheiten, wodurch die Entzündung verstärkt wird
- UV-Strahlung, die die Pigmentbildung in bereits gereizter Haut zusätzlich anregt
- Hormonelle Akne, die häufig größere, tieferliegende Pickel verursacht
- Häufiges Berühren des Gesichts, wodurch Bakterien und Reibung die Heilung verzögern
- Individuelle Hautneigung, da manche Hauttypen generell stärker zu Nachpigmentierung neigen
Wie lange dauern Pickelmale – und gehen sie von allein weg?
Ja, die meisten Pickelmale gehen mit der Zeit von allein zurück, weil die Haut überschüssiges Pigment abbaut und sich die Durchblutung normalisiert. Wie lange das dauert, hängt vom Typ des Mals und vom individuellen Hauterneuerungszyklus ab:
| Art des Mals | Typische Dauer ohne gezielte Pflege |
|---|---|
| Rote Male (PIE) | Etwa 3 bis 6 Monate |
| Braune/dunkle Male (PIH), helle Haut | Etwa 3 bis 6 Monate |
| Braune/dunkle Male (PIH), mittlere bis dunkle Haut | Etwa 6 bis 24 Monate |
| Echte Aknenarbe | Bleibt ohne Behandlung meist dauerhaft bestehen |
Ohne Sonnenschutz kann sich dieser Zeitraum deutlich verlängern, da UV-Licht die Pigmentbildung immer wieder neu anregt.
Pickelmale behandeln: Wirkstoffe im Überblick
Eine gezielte Pflege kann den natürlichen Abheilprozess unterstützen, auch wenn Geduld weiterhin die wichtigste Zutat bleibt. Viele Pflegeprodukte aus Drogerie und Apotheke setzen auf ähnliche Wirkstoffkombinationen aus Niacinamid, Vitamin C oder Kojisäure – entscheidend ist am Ende weniger die Marke als die enthaltene Wirkstoffkonzentration und die regelmäßige Anwendung.
| Wirkstoff | Wirkweise | Übliche Konzentration | Besonders geeignet für |
|---|---|---|---|
| Vitamin C | Aufhellend, antioxidativ | 2–20 % | Braune/dunkle Male |
| Niacinamid | Beruhigend, mattierend, aufhellend | 4–5 % | Rote & dunkle Male, empfindliche Haut |
| Kojisäure | Pigmentmindernd | bis 1 % (gesetzliches Maximum in kosmetischen Produkten) | Braune/dunkle Male |
| Azelainsäure | Beruhigend, pigmentausgleichend | bis 10 % in kosmetischen Produkten (höhere Konzentrationen nur verschreibungspflichtig) | Rote & entzündete Male |
| AHA (Milch-/Glykolsäure) | Sanftes Peeling, Zellerneuerung | 5–10 % | Oberflächliche Male, unebene Textur |
Peeling-Behandlung
Milde chemische Peelings mit AHA-Säuren fördern den Abtransport abgestorbener Hautzellen und können so die Regeneration beschleunigen. Für zu Hause reichen 1 bis 3 Anwendungen pro Woche, dazwischen braucht die Haut Zeit zur Regeneration. Wichtig: Nach jeder Peeling-Anwendung ist Sonnenschutz Pflicht, da die Haut danach besonders lichtempfindlich ist.
Professionelle Behandlung beim Dermatologen
Bei hartnäckigen oder großflächigen Pickelmalen kann eine dermatologische Behandlung wie ein professionelles Fruchtsäurepeeling, eine Mikrodermabrasion oder eine Laserbehandlung sinnvoll sein. Diese Verfahren wirken gezielter und tiefer als Pflegeprodukte, sollten aber ausschließlich von Fachpersonal durchgeführt werden, da bei falscher Anwendung neue Pigmentstörungen entstehen können.
Hausmittel – mit Vorsicht anwenden
Manche greifen bei Pickelmalen zu Hausmitteln wie verdünntem Apfelessig oder Aloe Vera. Wird ätherisches Teebaumöl zur unterstützenden Pflege verwendet, sollte es immer mit einem Trägeröl verdünnt und niemals unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden, da es sonst Reizungen auslösen kann. Grundsätzlich gilt: Hausmittel ersetzen keine geprüfte Pflegeroutine und wirken meist deutlich langsamer als gezielte Wirkstoffe.
Pickelmale am Rücken
Am Rücken ist die Haut dicker und die Talgdrüsen sind aktiver, weshalb Pickelmale dort oft hartnäckiger sind als im Gesicht. Ein sanftes Körperpeeling ein- bis zweimal pro Woche kann helfen, abgestorbene Hautzellen zu entfernen, ohne die Haut zu reizen. Auch am Rücken gilt: konsequenter Sonnenschutz und keine mechanische Reizung durch enge, scheuernde Kleidung.
Pickelmale vorbeugen
- Sonnenschutz täglich auftragen, mindestens LSF 30, auch bei bewölktem Himmel
- Pickel nicht ausdrücken oder aufkratzen – das verstärkt Entzündung und Pigmentbildung deutlich
- Entzündungen früh behandeln, statt abzuwarten, bis sie größer werden
- Auf beruhigende statt aggressive Pflege setzen, damit die Haut nicht zusätzlich gereizt wird
- Kissenbezüge und Handtücher regelmäßig wechseln, um Reibung und Keimübertragung zu reduzieren
Pickelmale abdecken mit Make-up
Bis die Pflege wirkt, lassen sich Pickelmale gut kaschieren. Ein cremiger, gut deckender Concealer, punktuell aufgetragen und mit dem Finger oder Schwämmchen sanft verblendet, wirkt natürlicher als eine dicke Foundation-Schicht im ganzen Gesicht. Wichtig ist ein Farbton, der möglichst genau zum eigenen Hautton passt, damit die Abdeckung nicht auffällt.
Produkte gegen Pickelmale
Für die tägliche Pflegeroutine gegen Pickelmale eignen sich Produkte mit aufhellenden und pflegenden Wirkstoffen, die die Regeneration der Haut unterstützen können.
Der Pigmentflecken-Entferner ist auf sichtbare Pigmentveränderungen ausgelegt und kann punktuell auf dunkle Male aufgetragen werden. Für gezielte Spot-Pflege bei bräunlichen Malen bietet sich die Gezielte Pflege gegen dunkle Flecken mit Kojisäure an, die zusätzlich Vitamin C und Sanddornöl enthält. Wer eine tägliche Antioxidantien-Pflege sucht, findet im Vitamin C Serum eine leichte Formel für einen ebenmäßigeren Teint. Für die sanfte Erneuerung der Hautoberfläche eignet sich das AHA Peeling Concentrate mit Milchsäure, das ein- bis dreimal wöchentlich abends angewendet werden kann.
Do's & Don'ts bei Pickelmalen
Do's:
- Täglich Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 auftragen
- Aufhellende Wirkstoffe konsequent über mehrere Wochen anwenden
- Der Haut Zeit zur Regeneration geben, statt zu häufig zu peelen
- Neue Pickel frühzeitig beruhigend statt aggressiv behandeln
Don'ts:
- Pickel oder Pickelmale nicht selbst aufstechen oder ausdrücken
- Nicht mehrere aktive Säuren gleichzeitig unverdünnt kombinieren
- Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut auftragen
- Nicht ungeduldig nach wenigen Tagen die Pflege wieder wechseln
Wann zum Dermatologen?
Bleiben Pickelmale trotz konsequenter Pflege und Sonnenschutz über mehr als 12 Monate deutlich sichtbar, kann eine fachärztliche Abklärung sinnvoll sein. Auch bei zusätzlichen Vertiefungen, Verhärtungen oder starken, schmerzhaften Entzündungen solltest du eine Hautärztin oder einen Hautarzt aufsuchen, um Aknenarben von reinen Pigmentveränderungen zu unterscheiden. Dieser Ratgeber ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung.
Häufige Fragen
Was sind Pickelmale und wie unterscheiden sie sich von Aknenarben?
Pickelmale sind flache Verfärbungen der Haut, die nach abgeheilten Pickeln zurückbleiben und meist rötlich oder bräunlich aussehen; sie betreffen nur die oberste Hautschicht. Echte Aknenarben dagegen sind Vertiefungen oder Erhebungen, weil beim Abheilen tieferliegendes Gewebe geschädigt wurde. Pickelmale bilden sich in der Regel von selbst zurück, Narben bleiben ohne Behandlung meist dauerhaft bestehen.
Wie lange dauert es, bis Pickelmale von selbst verschwinden?
Rötliche Pickelmale verblassen häufig innerhalb von 3 bis 6 Monaten. Bräunliche bis dunkle Male können deutlich länger sichtbar bleiben, bei dunklerer Haut mitunter 6 bis 24 Monate. Konsequenter Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 kann diesen Zeitraum verkürzen, da UV-Licht die Pigmentbildung zusätzlich anregt.
Welche Wirkstoffe helfen nachweislich gegen Pickelmale?
Zu den am besten untersuchten Wirkstoffen zählen Vitamin C, Niacinamid, Azelainsäure und Kojisäure, die die Pigmentbildung hemmen bzw. den Zellumsatz anregen können. Auch milde Peelings mit Milch- oder Glykolsäure unterstützen die Erneuerung der obersten Hautschicht. Auch Pflegeprodukte mit Niacinamid können hier ergänzend eingesetzt werden.
Kann man Pickelmale wegcremen oder braucht es einen Laser?
Die meisten Pickelmale lassen sich mit konsequenter Pflege und Sonnenschutz über Wochen bis Monate sichtbar aufhellen, ganz ohne invasive Behandlung. Bei hartnäckigen, lange bestehenden Verfärbungen oder tatsächlichen Narben kann eine dermatologische Behandlung wie Laser oder ein professionelles Peeling in Betracht gezogen werden – das sollte aber immer eine Fachärztin oder ein Facharzt beurteilen.
Wie lassen sich Pickelmale gut abdecken?
Für ein natürliches Ergebnis eignet sich ein cremiger, deckender Concealer, der punktuell und dünn aufgetragen und mit den Fingern oder einem Schwämmchen verblendet wird, statt einer dicken Foundation-Schicht im ganzen Gesicht. Wichtig ist, den Farbton möglichst genau an den Hautton anzupassen, damit die Abdeckung nicht auffällt. Ein cremiger, gut deckender Concealer eignet sich hierfür besonders gut.
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Quellen
- gesundheitsinformation.de (IQWiG/ÄZQ): Akne. gesundheitsinformation.de
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Akne: Ursachen, Symptome und Behandlung. gesund.bund.de
- AWMF (Register der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften): S2k-Leitlinie: Behandlung der Akne. register.awmf.org