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Dyshidrosis ist eine nicht ansteckende Hautreaktion, bei der sich kleine, pralle Bläschen an den Handflächen, Fingerseiten oder Fußsohlen bilden – meist verbunden mit starkem Juckreiz. Die Bläschen sind typischerweise 1 bis 2 mm groß und treten oft schubweise auf; ein einzelner Schub dauert häufig 2 bis 4 Wochen. In der Fachsprache wird das Krankheitsbild auch Pompholyx oder dyshidrotisches Ekzem genannt, im ICD-10-Diagnoseschlüssel ist es unter L30.1 erfasst. Die genaue Ursache ist bis heute nicht abschließend geklärt – Stress, starkes Schwitzen, Kontaktallergien und eine gestörte Hautbarriere gelten jedoch als häufige Auslöser.
Das Wichtigste in Kürze
- Dyshidrosis zeigt sich als kleine, juckende Bläschen an Händen, Fingern oder Füßen und ist nicht ansteckend.
- Ein Schub dauert häufig 2 bis 4 Wochen, danach folgt oft eine schuppende Abheilungsphase (Dyshidrosis lamellosa sicca).
- Stress, Schwitzen, Nickelkontakt und eine geschwächte Hautbarriere zählen zu den häufigsten Auslösern.
- Kühlende Umschläge, milde Pflege und das Meiden von Reizstoffen können akute Beschwerden lindern.
- Bei starkem Juckreiz, aufgeplatzten Bläschen oder Anzeichen einer Infektion ist der Weg zur Dermatologin oder zum Dermatologen sinnvoll.
Was ist Dyshidrosis?
Dyshidrosis bezeichnet eine besondere Form des Handekzems, bei der sich an Handflächen, Fingerseiten oder Fußsohlen kleine, wasserklare Bläschen bilden. Früher ging man davon aus, dass die Schweißdrüsen direkt beteiligt sind – daher der Name, der sich aus dem Griechischen für "schwierig" und "Schweiß" zusammensetzt. Heute gilt diese Theorie als überholt: Fachleute ordnen Dyshidrosis als endogenes, also von innen ausgelöstes Ekzem ein, das eng mit einer gestörten Hautbarriere zusammenhängt.
Die Altmeyer Enzyklopädie, ein anerkanntes dermatologisches Nachschlagewerk, führt die Dyshidrosis als eigenständiges Krankheitsbild innerhalb der Handekzeme. Betroffen sind überdurchschnittlich häufig Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, wobei die Erkrankung in jedem Alter auftreten kann.
Ursachen und mögliche Auslöser von Dyshidrosis
Die Auslöser von Dyshidrosis sind vielfältig und wirken bei jedem Menschen unterschiedlich stark:
- Psychischer Stress und emotionale Belastung, häufig als "Stressekzem" an den Händen beschrieben
- Übermäßiges Schwitzen an Händen und Füßen (Hyperhidrose)
- Kontakt mit Nickel, Kobalt, Chrom oder aggressiven Reinigungsmitteln
- Feuchtwarmes Klima und Jahreszeitenwechsel – Schübe häufen sich in den warmen Frühlings- und Sommermonaten
- Eine bestehende Neurodermitis oder eine allgemein atopische Veranlagung
- Häufiges Tragen von Gummihandschuhen oder ständiger Wasserkontakt
Ein möglicher Zusammenhang mit einer Besiedlung durch Candida-Pilze oder mit der Darmflora wird in der Fachliteratur diskutiert, gilt bislang aber nicht als wissenschaftlich gesichert. Wer wiederholt Schübe hat, kann diese Auslöser gemeinsam mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt eingrenzen, etwa über ein Beschwerdetagebuch.
Dyshidrosis und die Schilddrüse
Manche Menschen mit chronischen Hautproblemen haben zusätzlich eine Schilddrüsenfunktionsstörung – die Haut kann bei Über- oder Unterfunktion trockener, empfindlicher oder gereizter reagieren. Ein direkter, eigenständiger Zusammenhang speziell zwischen Dyshidrosis und der Schilddrüse ist bislang nicht eindeutig belegt. Bei häufigen, hartnäckigen Schüben lohnt sich dennoch ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt, um allgemeine Laborwerte wie den TSH-Wert abzuklären.
Symptome: So erkennst du Dyshidrosis
Typisch für Dyshidrosis sind kleine, pralle Bläschen, die tief in der Haut sitzen und sich fest anfühlen. Sie erscheinen meist symmetrisch an beiden Händen oder Füßen, oft an den Fingerseiten, Handflächen oder Fußsohlen. Der Juckreiz kann vor dem sichtbaren Ausbruch der Bläschen einsetzen und in der akuten Phase sehr belastend sein.
Nach einigen Tagen bis Wochen trocknen die Bläschen ein, die Haut beginnt sich zu schälen und schuppt in feinen Lamellen ab – dieses Stadium wird als Dyshidrosis lamellosa sicca bezeichnet. Bei häufigem Kratzen oder mechanischer Reizung kann die Haut zusätzlich einreißen, was Infektionen begünstigen kann.
Formen und Verlauf im Überblick
| Form | Typische Merkmale | Häufige Lokalisation | Verlauf |
|---|---|---|---|
| Klassische Dyshidrosis (Pompholyx) | Pralle, 1–2 mm große Bläschen, starker Juckreiz | Handflächen, Fingerseiten | Akuter Schub, meist 2–4 Wochen |
| Dyshidrosis lamellosa sicca | Trockene Schuppung nach abgeklungenen Bläschen | Handflächen, Fingerkuppen | Abheilungsphase nach akutem Schub |
| Chronisch-rezidivierendes dyshidrotisches Ekzem | Wiederkehrende Schübe, verdickte, rissige Haut | Hände, seltener Füße | Monate bis Jahre, schubweise |
Ist Dyshidrosis ansteckend?
Nein, Dyshidrosis ist nicht ansteckend. Es handelt sich um eine ekzematöse Hautreaktion und keine Infektion durch Viren, Bakterien oder Pilze. Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit Fußpilz (Tinea pedis) oder einer Herpes-Infektion, die optisch ähnlich aussehen können, aber tatsächlich übertragbar sind. Deshalb lohnt sich bei Unsicherheit immer eine ärztliche Abklärung, statt selbst zu diagnostizieren.
Diagnose und Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen
Die Diagnose erfolgt in der Regel durch eine Blickdiagnose der Dermatologin oder des Dermatologen, da das Erscheinungsbild von Dyshidrosis meist charakteristisch ist. Bei unklaren Fällen kann ein Epikutantest (Allergietest) sinnvoll sein, um eine Kontaktallergie als Auslöser auszuschließen. Ein Hautabstrich hilft, eine Pilzinfektion oder eine bakterielle Besiedlung von einer reinen Ekzemreaktion zu unterscheiden.
Wichtige Differentialdiagnosen sind unter anderem Fußpilz, ein allergisches oder toxisches Kontaktekzem, Psoriasis pustulosa sowie in seltenen Fällen eine Herpes-simplex-Infektion. Die AWMF-Leitlinie zum Handekzem empfiehlt bei chronischem oder therapieresistentem Verlauf eine erweiterte Diagnostik.
Sofort-Hilfe: 24-Stunden-Plan bei akutem Dyshidrosis-Schub
Bei einem plötzlichen Schub helfen folgende Schritte, um den akuten Juckreiz zu lindern:
- Betroffene Stellen 10 bis 15 Minuten mit kühlen, feuchten Kompressen kühlen, mehrmals täglich wiederholen.
- Kratzen möglichst vermeiden, um die Haut nicht zusätzlich zu verletzen und Infektionen vorzubeugen.
- Ein lauwarmes Handbad mit 1 Teelöffel Salz pro Liter Wasser für 10 bis 15 Minuten kann die Haut beruhigen.
- Nach dem Baden die Haut vorsichtig trockentupfen statt reiben.
- Eine milde, duftstofffreie Feuchtigkeitspflege auftragen, um die Hautbarriere zu unterstützen.
- Bekannte Reizstoffe wie Spülmittel, Nickelschmuck oder enge Gummihandschuhe für die nächsten Tage meiden.
Medizinische Behandlung von Dyshidrosis
Die Behandlung von Dyshidrosis richtet sich nach Schweregrad und Verlauf. In der akuten Phase verordnen Dermatologinnen und Dermatologen häufig kortisonhaltige Cremes oder Salben, die üblicherweise nicht länger als etwa 2 Wochen ohne erneute ärztliche Rücksprache angewendet werden. Gegen den Juckreiz können orale Antihistaminika wie Cetirizin unterstützend eingesetzt werden.
Bei starkem, nässendem Verlauf kommen adstringierende Umschläge zum Einsatz, bei chronischen oder schwer behandelbaren Formen können eine UV-Lichttherapie oder in Einzelfällen systemische Medikamente notwendig sein. Ein rezeptfreies Antihistamin-Gel mit dem Wirkstoff Dimetinden (z. B. Fenistil) kann bei akutem Juckreiz kurzfristig Linderung verschaffen; die Anwendungsempfehlungen der Packungsbeilage sind dabei zu beachten.
Hausmittel und Pflege im Alltag bei Dyshidrosis
Neben der ärztlichen Therapie unterstützen einfache Pflegemaßnahmen den Hautalltag:
- Lauwarme Salzwasserbäder für Hände oder Füße, etwa 1 Teelöffel Salz pro Liter Wasser, 2 bis 3 Mal pro Woche
- Milde, pH-neutrale Reinigungsprodukte verwenden, da gesunde Haut einen pH-Wert von etwa 5,5 hat
- Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen tragen, um Reibung und Schwitzen zu reduzieren
- Regelmäßiges Eincremen mit reichhaltigen, duftstofffreien Pflegeprodukten, besonders nach dem Händewaschen
- Stressreduktion durch Bewegung, Entspannungstechniken oder ausreichend Schlaf, da Stress ein häufiger Auslöser ist
Besondere Problemzonen bei Dyshidrosis
Dyshidrosis an Hand und Fingern
An den Fingerseiten und Handflächen sitzen die Bläschen häufig sehr eng zusammen und können bei Bewegung schmerzhaft spannen. Da die Hände ständig im Einsatz sind, ist die Haut hier besonders anfällig für weitere Reizung durch Wasser, Seife oder Reinigungsmittel. Schutzhandschuhe bei Hausarbeit und regelmäßiges Eincremen sind hier besonders wichtig.
Dyshidrosis am Fuß
An den Fußsohlen wird Dyshidrosis oft mit Fußpilz verwechselt, da beide Erkrankungen mit Juckreiz und Bläschenbildung einhergehen. Enges, schlecht belüftetes Schuhwerk und starkes Schwitzen begünstigen Schübe zusätzlich. Atmungsaktive Socken aus Baumwolle und regelmäßiges Wechseln der Schuhe können das Hautklima verbessern.
Ernährung und mögliche innere Faktoren bei Dyshidrosis
Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und Dyshidrosis ist wissenschaftlich nicht abschließend belegt. Einige Betroffene berichten jedoch, dass eine nickelarme Ernährung – also der reduzierte Verzehr von Vollkornprodukten, Nüssen, Hülsenfrüchten und Schokolade in großen Mengen – ihre Schübe seltener macht. Auch Alkohol wird von manchen als möglicher Trigger für Schübe beschrieben, ein direkter Wirkmechanismus ist bislang aber nicht sicher nachgewiesen.
Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Haut generell in ihrer Barrierefunktion. Wer einen Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln vermutet, kann dies mit einem Ernährungstagebuch über einige Wochen dokumentieren und die Beobachtungen mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.
Produkte für die Hautpflege bei Dyshidrosis
Die folgenden Produkte ersetzen keine ärztliche Behandlung akuter Schübe, können aber die tägliche Pflege zwischen den Schüben unterstützen. Wichtig: Cremes und Öle sollten nur auf intakter, nicht offener Haut angewendet werden.
Für raue, spröde Haut nach einer abklingenden Bläschenphase pflegt die 5% Urea + 2% Panthenol Body Cream mit Urea und Hyaluron intensiv und unterstützt eine geschmeidigere Haut. Wer eine besonders milde, duftstofffreie Option für empfindliche, gereizte Haut sucht, findet in der Sensitive Skin Body Cream mit Aloe Vera und Sheabutter eine beruhigende Pflege ohne Zusatzduft. Für lauwarme Hand- oder Fußbäder eignet sich das Epsom Badesalz mit Magnesium, das traditionell zur Entspannung genutzt wird.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für Ernährungsumstellung, Bewegung oder ärztlich verordnete Medikamente, können eine ausgewogene Routine aber sinnvoll ergänzen: Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut sowie zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Wer seinen Zinkbedarf gezielt über die Ernährung hinaus decken möchte, kann dies mit Zink Bisglycinat 25 tun (Einnahme mit Arzt oder Apotheker abstimmen).
Do's & Don'ts bei Dyshidrosis
Do's:
- Betroffene Hautstellen kühlen und mit milder, duftstofffreier Pflege versorgen
- Bekannte Auslöser wie Stress, Nickelkontakt oder aggressive Reiniger konsequent meiden
- Bei Hausarbeit Baumwollhandschuhe unter Gummihandschuhen tragen
- Bläschen möglichst nicht selbst aufstechen, um Infektionen zu vermeiden
Don'ts:
- Nicht kratzen, auch wenn der Juckreiz stark ist
- Keine parfümierten oder alkoholhaltigen Pflegeprodukte auf gereizter Haut verwenden
- Kortisoncremes nicht ohne ärztliche Absprache über einen längeren Zeitraum anwenden
- Heiße Duschen oder Bäder vermeiden, da Hitze den Juckreiz zusätzlich verstärken kann
Wann zum Arzt oder zur Dermatologin?
Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn die Bläschen großflächig auftreten, stark schmerzen oder sich nicht innerhalb weniger Wochen bessern. Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Überwärmung, Eiterbildung oder Fieber sind ein klares Signal, zeitnah medizinischen Rat einzuholen. Auch bei sehr häufigen, wiederkehrenden Schüben lohnt sich eine dermatologische Abklärung, um individuelle Auslöser zu identifizieren und eine passende Therapie zu finden. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung.
Häufige Fragen
Ist Dyshidrosis ansteckend?
Nein, Dyshidrosis ist keine Infektionskrankheit, sondern eine ekzematöse Hautreaktion, die nicht durch Viren, Bakterien oder Pilze übertragen wird. Verwechslungsgefahr besteht optisch vor allem mit Fußpilz oder Herpes, die tatsächlich ansteckend sind. Bei Unsicherheit hilft eine ärztliche Abklärung, um die Ursache sicher einzuordnen.
Was hilft schnell gegen die juckenden Bläschen bei Dyshidrosis?
Kühle, feuchte Kompressen für 10 bis 15 Minuten sowie lauwarme Salzwasserbäder können den akuten Juckreiz lindern. Wichtig ist außerdem, Kratzen zu vermeiden und die Haut danach mit einer milden, duftstofffreien Creme zu pflegen. Für Handbäder eignet sich beispielsweise ein Magnesium-Badesalz wie Epsom-Salz.
Welche Creme oder Salbe eignet sich bei Dyshidrosis?
In der akuten Phase verordnet die Dermatologin oder der Dermatologe meist kortisonhaltige Präparate für einen begrenzten Zeitraum. Zwischen den Schüben helfen milde, rückfettende Pflegeprodukte, die Hautbarriere zu unterstützen und Trockenheit vorzubeugen. Für die tägliche Pflege eignet sich zum Beispiel eine milde, duftstofffreie Body Cream für empfindliche Haut.
Hat Dyshidrosis etwas mit der Schilddrüse zu tun?
Ein direkter, eigenständiger Zusammenhang zwischen Dyshidrosis und Schilddrüsenerkrankungen ist bislang nicht eindeutig wissenschaftlich belegt. Da Schilddrüsenfunktionsstörungen die Haut allgemein trockener oder empfindlicher machen können, ist bei häufigen Schüben ein Gespräch mit der Hausärztin oder dem Hausarzt über Laborwerte sinnvoll.
Wie lange dauert ein Schub bei Dyshidrosis?
Ein akuter Schub dauert häufig 2 bis 4 Wochen, bevor die Bläschen eintrocknen und die Haut in die schuppende Phase (Dyshidrosis lamellosa sicca) übergeht. Bei chronischen Verläufen können Schübe wiederholt auftreten und sich über mehrere Monate hinziehen. Halten die Beschwerden deutlich länger an, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Unsere Redaktion erstellt und prüft alle Gesundheits-Inhalte sorgfältig auf Basis anerkannter Quellen — darunter staatliche Gesundheitsportale und Fachliteratur — und aktualisiert sie regelmäßig. Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Quellen
- register.awmf.org (AWMF Leitlinienregister): S1-Leitlinie: Management des Handekzems. register.awmf.org
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Ekzem: Ursachen, Symptome und Behandlung. gesund.bund.de
- gesundheitsinformation.de (IQWiG/ÄZQ): Neurodermitis: Überblick. gesundheitsinformation.de
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit): Fußpilz: Ursachen, Symptome und Behandlung. gesund.bund.de